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Zum Namen "Urbich"
gibt es zwei Deutungen:
- abgeleitet
vom Namen des Schutzpatrons Sankt Ulrich
(Veränderung zu
„Urbich" durch schlechte Sprach- und Schreibweisen) - abgeleitet von
Urbach, dem durchfließenden Gewässer (so auch WEISSER:
Bachname auf Siedlung übertragen; ur- = Auerochse)
1232
erste urkundliche Erwähnung
Im
Urkundenbuch bereits frühere Erwähnungen:
1211-1219
als Zeuge genannt ein „Reinbote de Urbeche"
1256 als
Zeuge genannt ein „Maroldus de Urbeche"
1257
Ritter Helwig, gen. von Suveld und Sohn überträgt alle Rechte an einer
Hufe und sechs Acker samt einem Hof in Urbich (Urbeche) an das Maria
Magdalenenkloster in Erfurt (Urkundenbuch der Erfurter Stifter und
Klöster, Teil 1)
1248 Frau
Kunigunde von Urbiche /Katharina von Urbache/, genannt die Wölfin,
schenkt ihr Gut /ihren Hof/ dem Kloster Marien Magdalenae zu Erfurt
1304
wurde dieses Gebiet vom Grafen Heinrich dem Jüngeren von Gleichen an
Dietrich von Sachsen und dessen Geschwisterkinder überschrieben.
1339
kauft der Rat der
Stadt Erfurt die Hälfte der Gerichte von Dietrich von Sachsen,
1343 die
andere Hälfte.
12. Jh.
Kirche St.
Ulrich gebaut: romanische Anlage (Umbauten 1721 und 1783);
mächtiger Westturm, urspr. als Kirchenschiff errichtet; Reihenaltar mit
Mondsichelmadonna in der Mitte, flankiert von Katharina und einer
weiblichen Heiligen mit Drachen und Buch, wahrscheinlich Erfurter
Werkstatt (heute im Angermuseum). Urbich ist seit alters her mit
Büßleben verbunden / Vogtei Büßleben.
1879
Filialdorf von Büßleben,
1952
verwaltungsmäßig Büßleben zugeordnet
Bis 1706
war das Erfurter
Gebiet in Vogteien eingeteilt, dann wurden 9 Ämter gebildet, u.a.
das Stadtamt mit 5 Küchendörfern und weiteren Dörfern, u.a.
Büßleben und Urbich.
Bevölkerungsentwicklung:
1534
gab es 21
Steuerpflichtige,
1563-
24
Steuerpflichtige,
1587-
38 Steuerpflichtige;
1783 hatte
Urbich 72 Einwohner,
1855- 1875
zwischen 100 und 108 Einwohner.
1587
gab es in Urbich 29
Bauernstellen bis 16 Acker, 1 B. bis zu 32 Acker, 9 B. bis zu 128 Acker
und 1B. über 128 Acker (Zum Vergleich: Büßleben 84 - 15 - 18 - 2).
1876 - 1944
Schulchronik (vom Lehrer geführt / einklassige Landschule)
1945 - 1947
Schüler-Eintragungen
1958
Zentralschule (1. - 8.
Klasse),
1959 9.
Klasse.
Zur Geschichte unseres Ortes
Urbich
gehörte zur Grafschaft Vieselbach, die dem Grafen von Gleichen
unterstand. Als die Grafen durch die ewigen
Fehden (Grafenkrieg) in Geldnot gerieten, benutzte Erfurt die
Gelegenheit und kaufte die Grafschaft Vieselbach mit 19 Dörfern, u.a.
auch Urbich, dem Grafen von Gleichen ab. Das war im Jahre 1343.
Schlacht bei Urbich?
1375
Belagerung Erfurts durch Landgrafen u. Kaiser Karl IV. Reichsacht.
Umgebung schrecklich verwüstet.
Die meisten Nachrichten (Kirchenbücher) stammen aus der Zeit des
30jährigen Krieges. Dieser brachte auch über Urbich
großes Unglück. Von 42 Häusern vor dem Kriege blieben nur 30 übrig.
(Erfurt kaum 10 000 Einwohner)
Ebenso viel Schaden richteten die Streitigkeiten zwischen Sachsen und
Kurmainz an, die um den Besitz Erfurts und der
umliegenden Ortschaften entbrannt waren. Erst seit dem Jahre
1864
kam die Gegend wieder zur Ruhe, nachdem der Erzbischof Johann Philipp
(von Schönborn) von Mainz als
Vollstrecker der Reichsacht, die über Erfurt verhängt war, dieses mit 15
000 Mann einnahm.
1664 kam
auch Urbich zu Kurmainz „unter dessen Krummstabe ihm eine sehr milde
Regierung zu Teil ward",
(Kirchenchronik)
Aus den folgenden
Jahren ist nichts Außerordentliches zu erwähnen. Nach einem Verzeichnis
aus dem Jahre
1701
zählt Urbich 43 Einwohner.
1757
war Friedrich der Große in
unserer Gegend. Am 13. Sept. 1757 vertrieb er die Reichstruppen und
Franzose
ausErfurt und nahm sein Hauptquartier in Dittelstedt. Dort wohnte er bei
dem Lehrer .
(Besuch des Statthalters/Franz Anselm/v. Warsberg).
1763
Friede zu Hubertusburg. Über die Folgen dieses Krieges für Urbich
schreibt eine Urkunde aus dem Jahre
1783
(Große
Kirchenreparatur)
„Es würde noch ein mehreres bey diesem Bau angewendet worden seyn,
wenn die
Gemeinde etwas hätte können beyschießen; aber das war ohnmöglich, indem
sie noch viele Schulden hat, die durch den Krieg von 1756 bis 1763
zwischen Oesterreich und Preußen sind veranlaßet worden. Vor jetzo
genießet ganz Deutschland Ruhe und Frieden und nirgends höret man in
unserem Vaterland klagen über Seuchen und Theurung."
1802 kam
auch Urbich an Preußen.
1806 - 1813
war es wieder in französischen Händen.
Die Kirchenchronik schreibt darüber: „In dieser Zeit wurden die
Untertanen durch fast unerschwingliche Contributionen und Requisitionen
an Naturalien, Einquartierung und dgl. Sehr mitgenommen und in Schulden
gestürzt."
Nach der Völkerschlacht bei Leipzig wurde das ganze Erfurter Gebiet von
den fliehenden Franzosen überflutet und noch schwer heimgesucht.
Die Franzosen schleppten auch das „faulige Fieber' (Fleckfieber) ein,
das bis in das Jahr
1814
wütete und auch in Urbich 6 Menschenleben als Opfer forderte.
Wegen Mangels an Feuerung wurden von den in Urbich kampierenden Soldaten
mehrere Häuser eingerissen: das Hirtenhaus, das Hettstaedtsche,
Wachtelsche u.a.m.
Von den in Urbich ausgehobenen Kriegern fielen in den Freiheitskriegen
Johann Michael Hildebrand u. Christian Hildebrand. Im September
1815
kamen 20 ehemals Erfurth. Ortschaften an Weimar. Büßleben u. Urbich
blieben preußisch, und so wurde auch in Urbich das Erbhuldigungsfest
begangen, anfang
1816
das Friedensfest.
1817
wird aus Kollectengeldern die Schule Urbich No. 12 erbaut.
1818 baut
Karl König, Gastwirt in Büßleben, die Schenke in ihrer jetzigen Gestalt.
1819
baut die Gemeinde ein
Brauhaus.
1829
Ungeheure Mengen Baumweißlinge: „Wenn sie des Tags über flogen, nahm es
sich von einem hohen Standpunkt aus, als wenn es schneite und wenn sie
sich Abends u. Morgens an die Bäume gesetzt hatten, schien es als
blühten die Bäume." (Prämien f. Einsammeln)
1830
Windhose über Urbich. Es wurden „Dächer abgedeckt und viel anderer
großer Schade angerichtet." Die große Linde auf dem Friedhof wurde
mehrerer großer Äste beraubt. Über 100 Stck. der schönsten Kirschbäume
wurden entwurzelt, Getreideschober turmhoch in die Luft gewirbelt.
Ähnlich war es 1831.
1832
Große Dürre „fast kein
Regen den ganzen Sommer hindurch, die Brunnen versiegten, Irrbach ganz
ausgetrocknet." Ähnlich so 1835.
Dagegen wird von
1839
berichtet, daß solche Wolkenbrüche herunterkamen, daß der Irrbach nicht
ohne Lebensgefahr zu passieren war. (Von der asiatischen Cholera -
1832 - blieb Urbich verschont.)
An dieser Stelle
möchte ich mich bei Herrn Dr. Schreiber, der die Chronik von Urbich
führt, bedanken
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